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07. Aug 2015

Im Gespräch mit den Gründern des Automuseum PROTOTYP

Dieses Museum ist anders als andere, für die Gründer selbst ein Prototyp. Oliver Schmidt und Thomas König schildern eindrucksvoll, wann ihre Leidenschaft zu historischen Sportwägen entfacht und die Idee eines eigenen Museums letztendlich in die Tat umgesetzt wurde.

Bildrechte: Bina Engel | Sven Grunwald | Automuseum Prototyp
Im Gespräch mit den Gründern des Automuseum PROTOTYP
Oliver Schmidt & Thomas König
Außergewöhnliche Fahrzeuge und beeindruckende Ingenieurskunst umgibt Sie nun tagtäglich in Ihrem Museum und wie alle Automobilisten haben Sie beide natürlich Benzin im Blut – gibt es ein spezielles Erlebnis, was die Liebe zu Automobilen und speziell zu historischen Fahrzeugen entfacht hat?
Oliver Schmidt: Als Thomas König und ich so um die 18 Jahre alt waren, kam ein Freund von uns mit einem Porsche 356 aus den USA zurück. Da wurde aus dem Interesse für schöne Automobile mit einem Schlag echte Begeisterung. Und die hat seit diesen Tagen nie abgenommen! Im Gegenteil: Mitte November 2016 werden wir eine Sonderausstellung komplett dem Porsche 356 widmen und gehen damit quasi zurück an die Wurzeln unserer Sammlerleidenschaft.

 

Unter dem Motto „Personen. Kraft. Wagen.“ haben Sie 2008 das Museum in der Hamburger HafenCity eröffnet. Wie entstand die Idee zum Automuseum PROTOTYP?
Thomas König: Über die Jahre als private Sammler hat sich ein tolles Netzwerk gebildet. Wertvolle Kontakte und ein verlässlicher Kreis von Freunden, mit denen wir die Begeisterung für seltene Automobile teilen. Unsere Sammlung sorgte später auch im weiteren Umfeld für Interesse, das Feedback war äußerst positiv und wir bemerkten, dass das Interesse deutlich über unseren Bekanntenkreis hinausging. Wir wollen unsere Freude an den zumeist einmaligen Fahrzeugen teilen, da war der konsequent nächste Schritt die Gründung unseres Automuseums PROTOTYP.

Ihr Museum verfügt über viele sehr schöne Exponate, von Renn- und Sportwagen, frühe Porsche-Konstruktionen, über Eigenbauten und Rekordfahrzeuge der frühen Nachkriegszeit bis hin zu Formel 1 Boliden; Unikate aber nicht unbedingt Prototypen. Was ist im Zuge des Museums unter dem Begriff „Prototyp“ zu verstehen?
Thomas König: Wir sehen unser Museum selbst als eine Art „Prototyp“. Bereits bei der Eröffnung 2008 hatten wir mit multimedialer Darstellung von Informationen und dem erlebnisorientierten Konzept ein sehr innovatives Konzept – und für 2016 planen wir im Rahmen einer Sonderausstellung eine sehr anspruchsvolle Präsentation mit ausgeklügeltem Lichtdesign. Wir erfinden uns immer wieder neu, bleiben aber unseren Werten treu.

Auf Oldtimer-Events, Rennveranstaltungen und Messen sind Sie unterwegs und kennen die Szene der historischen und klassischen Automobile. Was meinen Sie, wie werden sich in den kommenden Jahren der Oldtimermarkt und die Szene des historischen Motorsports entwickeln?
Oliver Schmidt: Manchmal habe ich den Eindruck, dass die Leidenschaft leidet. Seltene Fahrzeuge werden zunehmend als Anlageobjekt gesehen. Die Emotion nimmt mancherorts ab und muss Rendite-Denken Platz machen. Das ist schade, denn gerade die Emotion hat den Automobilsport groß gemacht. Die kreative Power, das Herumtüfteln, bis das Optimum erreicht war, die Risikobereitschaft in der Entwicklungsphase, Testfahrten und den Rennen und nicht zuletzt die Begeisterung der Zuschauer, die die Rennen und Rennfahrer feierten!

Was bedeutet diese Entwicklung für Ihr Automuseum?
Oliver Schmidt: Das Interesse an außergewöhnlichen Automobilen nimmt zu. Wir waren da unserer Zeit voraus und freuen uns über konstant wachsende Besucherzahlen in unserem Museum.

Werfen wir einen Blick in die Zukunft: 2020, wie sieht das Automuseum PROTOTYP aus? Was wünschen Sie sich für die Zukunft ihres Museums?
Thomas König: 2020? Das ist ja gar nicht so weit… Ich denke, wir werden noch stärker im kulturellen Bereich Hamburgs verwachsen sein und auch in der generellen Wahrnehmung lohnender Ziele für Automobil- und Design-Interessierte. Wir werden qualitativ weiter wachsen und werden auf weitere fünf spannende Sonderausstellungen zurückblicken – und die nächsten bereits in Planung haben. Versprochen!

Ihr Ansprechpartner
Sonja Kowol
BELMOT Team
Tel: 0621.457- 2268
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