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23. Mai 2017

Reise durch den Zeitgeist der Epochen

Foto | Bildrechte dieser Seite: by photo-corona.de
Fotos Oldtimer Picknick: Nicolas Flosbach 

Nicolas Flosbach hat in Wolfegg das neue, alte Automuseum eröffnet. Neu und alt deshalb, weil am gleichen Standort bereits vierzig Jahre lang ein Automuseum verwurzelt war. Flosbach, durch dessen Adern seit frühester Kindheit Benzin fließt, erzählt BELMOT mehr über den Zeitgeist seiner Generation, Generationenwechsel und natürlich über seine Autoaffinität.


ÖFFNUNGSZEITEN

Hauptsaison: Ostern bis Oktober
Montag bis Sonntag: 09:30 Uhr bis 17:00 Uhr

Nebensaison:
Samstag & Sonntag: 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr


Neu eröffnetes Automuseum Wolfegg

Sie treten in große Fußstapfen: Fritz B. Busch hat ja über vier Jahrzehnte lang am gleichen Standort sein Oldtimermuseum geführt, das sogar international beachtet wurde. Welches Konzept steht genau hinter Ihrem Oldtimermuseum?

Hinter meinem Museum steht ziemlich exakt das gleiche Konzept, das Busch 1973 ins Leben gerufen hat.

Uns beiden gemeinsam ist (zumindest in der Eröffnungsphase), dass wir ein Museum geschaffen haben, das zum einen Fahrzeuge des Alltags zeigt – also keine Sammlung von Traumwagen – sondern Fahrzeuge, die, ich sag mal, bei uns in den Straßen zu finden waren. Zum anderen haben wir gemeinsam, dass die ausgestellten Fahrzeuge aus dem Museum, das 1973 von Busch eröffnet wurde, ein ähnliches Alter hatten, wie die Fahrzeuge, die ich heute im neuen Museum zeige. Es hat quasi ein Generationenwechsel stattgefunden.

Zum Konzept gehört auch, dass ich nicht nur Fahrzeuge zeige, sondern bewusst ein Museum kreiert habe, das den Zeitgeist der jeweiligen Epoche widerspiegelt. Zu sehen sind neben der zeitgenössischen Technik auch der jeweilige Lifestyle inklusive Mode aus der Zeit.


Welches Jahrzehnt ist Ihr persönlicher Favorit - unabhängig, ob Sie diese Zeit tatsächlich selbst erlebt haben? Was genau macht dieses Jahrzehnt zu Ihrem Favorit?

Ich glaube meiner Generation ist gemeinsam, dass das Interesse in den 60ern beginnt – die 50er jedoch nicht völlig ausklammert – und bis in die 80er, autotechnisch und zeitwerttechnisch vielleicht auch bis in die frühen 90er hineinreicht.In vielen Museumsführungen, die ich in meinem Leben geführt habe, habe ich festgestellt, dass die Leute in den Zeiträumen hängenbleiben, in denen sie selbst jung waren und ihre Jugend bis nach der Studentenzeit verbracht haben. An diese Zeiten erinnern sich die Menschen meiner Beobachtung nach am liebsten.

Da ich ein extremer Automensch bin, erinnere ich mich natürlich am liebsten an Autos aus der Zeit, die von meinem Vater, Nachbarn oder Freunden gefahren wurden und natürlich auch an Gegenstände, die man hatte. Beispiel: Telefone mit Wählscheiben, die die Großeltern noch hatten. Es sind dabei aber weniger die Gegenstände als die Erinnerungen, die mit den Gegenständen verknüpft sind.


Wie sind die Exponate organisiert: Gibt es eine Dauerausstellung und jeweils eine Sonderausstellung?

Es gibt eine feste Dauerausstellung von klassischen Fahrzeugen und Einradanhängern. Diese Ausstellung ist die derzeit größte Einradanhängersammlung der Welt. In dieser festen Ausstellung werden jedoch immer mal wieder Fahrzeuge nach einer Zeit ausgetauscht werden. Die Besucher sollen regelmäßig Neues entdecken dürfen. Zusätzlich gibt es im halbjährlichen Wechsel eine Sonderausstellung mit ganz unterschiedlichen Schwerpunkten. Derzeit zeige ich noch bis Ende Oktober eine Opel Kadett Ausstellung aus allen Baureihen. Danach ist eine Audi Ausstellung geplant.

Wie kamen Sie an all die Exponate und wie häufig sind Wechsel geplant?

Die Ausstellungen im Museum basieren auf Leihgaben. Dabei ist es ein Mix zwischen von mir angefragten Exponaten und Fahrzeugen von Personen, die ihr Fahrzeug dem Museum als Ausstellungsstück auf eigene Initiative zur Verfügung gestellt haben. In der Tat erhält das Museum aber auch Schenkungen. Ich muss mir derzeit erfreulicherweise keine Sorgen um automobilen Nachwuchs machen, sondern habe bereits jetzt – wie die Oldtimerszene generell – ein Platzproblem und könnte wahrscheinlich noch zwei oder drei solcher Hallen füllen. Ich habe im Freundeskreis selbst ein paar Freunde, die große Oldtimerfans sind und die eine Sammlung haben. Daraus stehen nun aktuell einige Exponate im Museum.


Ihre Liebe zu Autos begann schon im Kindesalter. Was war der Auslöser?

Diese Liebe ging so früh los, das man das gar nicht genau terminieren kann. Laut Aussage meiner Mutter habe ich tatsächlich als Kleinkind im Kinderwagen bei jedem Stofftier, das man mir gegeben hat, angefangen zu schreien, außer es waren Spielzeugautos! Kein Scherz, das ist wirklich so gelaufen. Auch mein erstes Wort soll "Auto" gewesen sein.


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