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09. Mai 2014

Der Mann hinter der Lotos-Rallye: Günther Frauenkron

Texten von Günther Frauenkron werden Sie auf belmot.de ab sofort häufiger begegnen. Der Journalist und ehemalige Chefredakteur von Rallye-Racing hat vor einigen Jahren seine Liebe zu Oldtimern entdeckt und lässt Sie an seinen Erfahrungen teilhaben.

Wie hat Ihre Liebe und Leidenschaft zu Oldtimern eigentlich begonnen? Und was fasziniert Sie so sehr an alten Fahrzeugen?

Ich habe sehr spät angefangen, mich mit Oldtimern zu beschäftigen. Ein Leben lang habe ich mich auf den Motorsport konzentriert, war Journalist und Chefredakteur der Zeitschrift Rallye-Racing. Vor acht Jahren habe ich dann das "Historic Motorsports" Oldtimer Jahrbuch produziert und da habe ich gedacht, 'wenn ich schon ein Buch über historische Autos mache, dann sollte ich vielleicht auch die Szene mal kennenlernen.' So habe ich den Einstieg in die Oldtimerszene gefunden.

An alten Fahrzeugen faszinieren mich die wunderschönen Körper, die wunderbaren und kreativen Karosserien, die Formen, die in der damaligen Zeit noch nicht so uniform waren. Nicht wie heutige Autos, die sich doch eher gleichen. Auch der hohe Stand der damaligen Technik und die hohe Motorleistung sind Dinge, die mich an Oldtimern begeistern.

Wie unterscheiden sich Oldtimer-Liebhaber von Menschen, die aktuelle Autos fahren?

Ich behaupte, Oldtimer Liebhaber haben generell eher einen Sinn für schöne Dinge. Mir ist aufgefallen, dass Menschen, die Oldtimer mögen, meist auch historische Uhren mögen - 50 Jahre alte Armbanduhren mit einem mechanisch aufziehbarem Uhrwerk zum Beispiel. Sie verstehen, das Leben zu genießen, empfinden es als Genuss, durch reizvolle Landschaften zu fahren. Sie lieben ihren Oldtimer und viele verstehen es sogar, ihn technisch instand zu halten. Bewundernswert!

Welches Modell fahren Sie?

Ich fahre einen BMW 3.0 CSI Baujahr 1972 mit 200PS und einen Ford A2 Jeep, ein Nachfolge des Ford Willys-Jeeps, der im Vietnam Krieg gefahren wurde. das sind über 50 Jahre alte US- Militärjeeps.

War es eine verrückte Idee, eine Oldtimer-Rallye in Kambodscha zu organisieren? Dieses Jahr ja bereits zum zweiten Mal [Zum Reisebericht]

Ja, ein bisschen verrückt vielleicht schon aber auch nicht unmöglich. Ich war zwei Mal zuvor in Kambodscha und kannte die Gegend somit ganz gut. Nach der Entscheidung für eine Rallye-Tour folgte dann eine 4-wöchige Vorbereitungsphase für die 12-tägige Rallye.

Was war die größte Herausforderung für Sie während der Planung?

Gut zu befahrene Wege zu finden, die bis zu diesem Zeitpunkt teilweise noch nie befahren wurden.

Auch wenn Kambodscha immer touristischer wird, gibt es noch sehr viel Ursprünglichkeit, sozusagen wilde Pfade. Aus diesem Grund war es auch eine verrückte Idee, gemeinsam mit einem holländischen Freund André Ruys, der die Reiseagentur "Cambodian Travel Partner" führt und daher schon mehrere Jeeps besaß, in Kambodscha eine Rallye-Eventveranstaltung zu organisieren, die auch durch den kambodschanischen Dschungel führte und natürlich gleichzeitig auch eine Sightseeing-Tour war. Neu daran war im Vergleich zu anderen Rallyes, dass wir eine Selbstfahrertour anboten. Bei der ersten Tour nahmen sechs Ehepaare und zwei Einzelpersonen teil, das Durchschnittsalter lag bei circa fünfzig Jahren.

Mit wie vielen Autos waren Sie unterwegs und wie kamen Sie an diese ran?

Wir waren mit insgesamt 13 Jeeps unterwegs. Andrè besaß über seine Agentur bereits einige Jeeps, die anderen kauften wir noch dazu, die zuvor Privatpersonen gehörten.

An welches Erlebnis oder welche Erfahrung in Kambodscha denken Sie dabei am liebsten zurück?  Und auf welche Erfahrung hätten Sie gerne verzichtet?

Ich denke sehr gerne an die Fahrten durch das unglaublich schöne Land, die Freundlichkeit der Menschen zurück. Die letzte Rallye fand im Januar statt, der absolut besten Reisezeit für Kambodscha. Nicht so schön war während der Reise ein Motorschaden, aber auch das war kein großes Problem. Wir haben ja immer ein Mechanikerteam dabei, die den Schaden quasi über Nacht reparieren konnten.

Haben Sie für dieses oder das kommende Jahr weitere verrückte Pläne?

Ja, ich habe angedacht, eine ähnliche Rallye in Laos durchzuführen und die Strecke auszudehnen. Die derzeitige Strecke in Kambodscha betrug etwa 1500km, ein Drittel der Strecke fand auf unbefestigten Straßen statt. Also schon ein Abenteuer. Ich habe aber auch schon überlegt, die Tour durch Kambodscha während der Regenzeit durchzuführen, also dann im Mai.

Des Weiteren möchte ich gerne im Juli bei der ADAC Deutschland Klassik Tour im Potsdam / Brandenburg teilnehmen und / oder der ADAC Trentino Classic Tour im September.

Dankeschön, Herr Frauenkron für diesen Einblick in Ihre Oldtimerleidenschaft!

Ihr Ansprechpartner
Isabelle Haupt
BELMOT Team
Tel: 0621. 457- 2041
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