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28. Mai 2014

Ein Mann im Rausch der Geschwindigkeit

Bildrechte: Krabbe (2013)

Autos, ob Young- oder Oldtimer sind sein Geschäft und seine Berufung. Heinz Stüber ist in seinem beruflichen Alltag Versicherungsexperte der Mannheimer mit eigener Agentur in Köln. Sachwerte zu versichern, gehört zu seinem täglichen Geschäft. Das macht ihm Spaß. Fast noch lieber tauscht er aber seinen feinen Anzug gegen den Motorsport-Overall.

ADAC Westfalentrophy - Mit Heinz Stüber auf der Nordschleife

Wenn das Auto über den Nürburgring rast und er alles um sich herum ausblendet, dann lebt er seine wahre Leidenschaft: Den historischen Motorsport. Schon lange ist er Teil des KWL Motorsportteams. Isabelle Haupt verriet er, wie er in den Siebzigern zu seinem allerersten Rennen kam und welche Veränderungen er innerhalb der Young- und Oldtimerszene erkennt.

Herr Stüber, Sie sind leidenschaftlicher Motorsportler, Mitglied des KWL Motorsport-Teams und haben schon etliche Rennen gewonnen. Erinnern Sie sich noch daran, wie Sie zum ersten Mal Ihren Versicherungskaufmann-Anzug gegen einen Rennoverall getauscht haben bzw. zum allerersten Mal in einem Rennwagen saßen?

 Ja, da kann ich mich noch dran erinnern, ich glaube das wird auch niemand vergessen, der irgendwann mal so ein Hobby angefangen hat, und dann das erste Mal in einem Rennauto saß. Das war 1976, eine Zeit, in der man die ganzen technischen Helferlein, die heute in modernen Rennwagen sind, damals noch gar nicht hatte. Es war also alles noch wie zu Urzeiten. 

Mein erstes Rennen fand am Nürburgring auf der Nordschleife statt. Es hat geregnet. Es waren also alle Unbilden, die zusammenkommen konnten, da. Und dann waren es ja damals Autos, bei denen die Geräuschbegrenzung noch nicht wie heute limitiert ist. Die hatten also noch sogenannte „Flammrohre“, und das Auto war fürchterlich laut, innendrin wie außen. Man hatte schon einen riesen Respekt vor dem, was jetzt kommen sollte. Ich habe mich beim ersten Mal überhaupt nicht wohl gefühlt: Erstens kannte ich die Strecke nicht, zweitens sind die ganzen Mitkonkurrenten schon relativ heftig und hurtig an mir vorbeigezogen. Und dann hatte man erst mal mit sich selber und mit dem Auto zu tun, also es war schon ein sehr einschneidendes Erlebnis und ich habe damals gesagt:“Uii…, so hättest du es dir aber auch nicht vorgestellt!“ Aber das hat sich dann auch ganz schnell relativiert. Nach dem zweiten Mal ist es dann auch schon ein bisschen weniger Stress und mit der Zeit kommt auch die Routine dazu. Irgendwann kommen dann auch die Erfolge, und damit einher geht eine - ich will nicht sagen „eine gewisse Gelassenheit“, das wäre jetzt zu viel gesagt - aber schon eine gewisse Abgeklärtheit. Diese führt dazu, dass man sich irgendwann – obwohl das etwas dauert - relativ routiniert in ein Auto setzt. Man weiß, was man alles da zu beachten hat, fokussiert sich einfach nur auf den Start und blendet alles andere um sich herum aus.

 

Würden Sie mir kurz ein paar Worte zu KWL Motorsport sagen?

Ja, gerne! Ich fahre für das KWL Motorsport Team, das ist das offiziell lizensierte Team von VOLKSWAGEN für den historischen Motorsport. Und das ist so ein - ich will nicht sagen Werkseinsatz, das wäre jetzt übertrieben - aber da ist schon etwas dahinter. Voriges Jahr haben wir den VW Scirocco Million eingesetzt, weil VW weltweit eine Million Sciroccos verkauft hatte. Davor war dann mal die 35 Jahre Golf GTI Nummer, die einherging mit Präsentationen am Wörthersee beim GOLF GTI-Treffen, da war dann sogar der Vorstand von VOLKSWAGEN, Herr Winterkorn da. Das war schon eine relativ große Nummer. Anschließend ging das Fahrzeug nach Goodwood zum "Festival of Speed" und wurde dort von keinem geringeren als Hans-Joachim "Striezel" Stuck gefahren!

 

Das vollständige Interview finden Sie im Downloadbereich. Außerdem, mit freundlicher Genehmigung der POWERSLIDE, ein weiterer Artikel zu Heinz Stübers Rennleidenschaft.

Dankeschön, Herr Stüber für diesen Einblick in Ihre Oldtimerleidenschaft!

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