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28. Mai 2015

Der Entwickler

Fotos | Bildrechte: Julian Kröhl | HERRENFAHRT

Norbert Käfer hatte lange die Vision von einem perfekten Wachs. Bis er es einfach selbst entwickelt hat. Gemeinsam mit Sebastian Steininger und Andreas Werner wurden daraus die HERRENFAHRT Produkte. 


Ort: Käfer Lackprotection, Waldsee
Interviewpartner: Norbert Käfer


Sie arbeiten eng mit Andreas und Sebastian zusammen, haben den beiden sehr viel über die richtige Fahrzeugpflege erklärt und gemeinsam das Wachs bestmöglich entwickelt. Meistens ist es ja so, dass „Rezepte“ oder Fertigkeiten nicht an Dritte weitergegeben werden. Warum haben Sie sich zu einer Zusammenarbeit entschlossen?


Käfer: Ich war von Anfang an den beiden gegenüber sehr positiv eingestellt. Im Prinzip war es wirklich einfach: Die beiden haben etwas gesucht und ich hatte es! Ich habe nie im Leben daran gedacht, meine Wachse zu vermarkten, aber jetzt hat sich alles so ergeben. Und das ist super! Die beiden haben mich mit Ihrer Idee überzeugt und diese sehr gut umgesetzt. Die Aufmachung ist genauso hochwertig wie das Produkt selbst. Ich finde, das Gesamtbild stimmt! Wir waren uns bezüglich der Materialien sehr schnell einig und haben uns für Glas mit Aluminiumdeckel und für die Holzbox entschieden, die auch optisch durch die Maserung an die Pionierzeit erinnert. Die Handhabung eines jeden Produktes wurde ausgiebig getestet und jeder hat seinen Senf dazu gegeben. Wir haben uns jetzt das erste Mal auf der Messe (Anm. d. Red.: Bremen Motor Classics) präsentiert und hatten durchweg, nach der ersten typisch nordischen Zurückhaltung, positive Resonanz erhalten. Mir ist im Umfeld der Messe aufgefallen, dass ca. 90 % der ausgestellten Autos lacktechnisch in einem sehr schlechten Zustand mit vielen Mikrokratzern waren. Aber diese Erkenntnis ist ja ein Vorteil für uns gewesen.


Sind Sie privat auch Oldtimerfan?


Käfer:
Ja! Aber leider habe ich noch keinen. Ich liebäugel noch mit ein paar Objekten, zum Beispiel ein SL Pagode Cabriolet, Baureihe 107 oder einem 356er Porsche...


Was ist aktuell Ihre Rolle in der Zusammenarbeit?

Käfer: Ich bin seit 1997 in der Autoaufbereitung tätig und habe mir alle Techniken selbst beigebracht, learning by doing. Hier gilt das Prinzip „minimalistisch denken“, d. h. „weniger ist mehr“. Und das kommt nicht von einem faulen Hund, sondern mit der Erfahrung: Je weniger ich den Lack mit Schleifpartikeln oder Materialien bearbeite, die den Lack abtragen, umso besser. Gerade bei Oldtimern. Hier soll man ja möglichst lange die Originalität bewahren. Darum habe ich eine sehr minimalistische Aufbereitungstechnik. Aber das zu lernen hat natürlich seine Zeit gedauert. Auf den verschiedenen Messen und Präsentationsterminen unterstütze ich die beiden, Andreas und Sebastian, deshalb mit Live-Demonstrationen. Die beiden sind auf den Aufbau der Marke HERRENFAHRT spezialisiert, ich eben auf die Aufbereitung selbst.


Ein Wachs fachgerecht zu verwenden bedeutet noch lange nicht, auch fähig zu sein, ein hochwertiges Wachs selbst herstellen zu können. Woher hatten Sie Ihr Know-How?


Käfer: Ich komme aus dem Chemiebereich und habe 22 Jahre als Chemikant für die BASF gearbeitet. Dadurch habe ich auch immer noch viele Freunde und Bekannte, die in der Chemie tätig sind (Chemieingenieure usw.). Ich habe mich bei ihnen erkundigt und im Internet recherchiert, welche Bestandteile miteinander harmonieren, welche man zusammenmischen kann, um ein hochwertiges Wachs zu erhalten. Das HERRENFAHRT Sortiment kommt völlig ohne Silikone aus, beinhaltet hochwertige Produkte auf wasserlöslicher Basis. Ich habe insgesamt 5 Jahre gebraucht, bis das Produkt spruchreif war.


Wie kamen Sie überhaupt auf die Idee, ein Wachs herzustellen?


Käfer: Das war immer schon mein Steckenpferd, mein eigenes Wachs zu kreieren, weil ich mit den handelsüblichen Produkten nicht 100%ig zufrieden war. Die Versiegelung war nicht schlecht, aber mich hat immer die Vorstellung gereizt, etwas EIGENES, Hochwertiges herzustellen. Einige der Herrenfahrt Produkte wurden ja bereits von Glossboss oder ähnlichen Internetforen getestet. Was sie unter anderem positiv festgestellt haben, war das Abperlverhalten des Wassers. Die Oberfläche trocknet mit dem HERRENFAHRT Premium Carnauba Wachs schneller ab als bei vergleichbaren Produkten und es bleiben weniger Wasserrückstände auf dem Lack. Mich hat es interessiert, das Ganze immer weiter zu optimieren, z.B. dass ein Wachs auch auf verschiedenen Oberflächen funktioniert. Andere hochwertige Hersteller haben mittlerweile um die 20 verschiedene Wachse im Angebot, für Mattlack, Glanzlack, Altlacke, Neuzeitlacke etc. Der Endverbraucher verliert meiner Meinung nach so den Überblick und weiß im Endeffekt gar nicht mehr, was er überhaupt nehmen soll. Unser Wachs hat den Vorteil, dass er für alle Arten von Lacken angewandt werden kann (Nitrolack, Acryllack, Neuzeit-Wasserbasis-Lack, Frozenlack). Ich versiegel sogar Scheiben damit!


Gibt es trotzdem Pläne für weitere Produkte?


Käfer:
Ja. Ich bin trotzdem an der Entwicklung eines weiteren Wachses dran, mehr kann ich aber noch nicht verraten.

Herr Käfer, ich danke Ihnen - auch im Namen des BELMOT-Teams – ganz herzlich für dieses Gespräch! Es war sehr interessant und lehrreich, Sie in der Aufbereitungshalle zu besuchen!

 

PS: Weitere Informationen zur Zusammenarbeit finden Sie in Kürze hier auf www.belmot.de!

Zum Interview mit HERRENFAHRT geht es hier.
Ihr Ansprechpartner
Isabelle Haupt
BELMOT Team
Tel: 0621. 457- 2041
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