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19. Januar 2017

Opel Besuch: Teil III

Fotos | Bildrechte: Isabelle Haupt | Mannheimer Versicherung AG

Im Gebäude der heutigen Opel Oldtimerwerkstatt sind über 500 Fahrzeuge mit einem gewissen Alter zuhause. Über 130 Jahre Opel-Geschichte werden hier bis in die 1990er Jahre hinein durch Nähmaschinen, Fahrräder, Kühlschänke, Flugmotoren und natürlich Automobile chronologisch ausgestellt. Wir haben eine exklusive Führung erleben dürfen.

Von der Nähmaschine zum Omega: Eine Zeitreise durch ein Jahrhundert Opelgeschichte
Beim Betreten des Backsteingebäudes, das früher den größten industriellen Verladebahnhof Europas bildete, fühlen wir uns wie auf Zeitreise. Über 500 Fahrzeuge mit einem gewissen Alter sind hier auf zwei Stockwerken zuhause. Über 130 Jahre Opel-Geschichte werden hier bis in die 1990er Jahre hinein durch Nähmaschinen, Fahrräder, Kühlschänke, Flugmotoren und natürlich Automobile chronologisch ausgestellt.

Ganz exklusiv, obwohl wir keine Teilnehmer an einer großen Opel Werkstour sind, dürfen wir, Ralf Stumpfernagel und ich, die "heiligen Hallen" durchwandern. Natürlich werden hier keine Geheimnisse versteckt, dennoch soll eine gewisse Exklusivität erhalten bleiben. Diese führt deshalb auch immer mal wieder zu Berichterstattungen in Fachzeitschriften oder Fernsehen, die natürlich erfreulich sind. Im Gegensatz zu einem sterilen Museum dürfen wir ganz nahe an alle Ausstellungsstücke heran und staunen, dürfen anfassen und uns sogar in die Fahrzeuge hineinsetzen. Authentizität und Nahbarkeit sind nicht nur Schlagworte, sondern werden hier tatsächlich gelebt. Es riecht nach Werkstatt, hier und da arbeiten Mechaniker und setzen instand, checken das Fahrzeug vorab auf seine Tauglichkeit zu einer Ausfahrt oder kümmern sich um Komplett-Restaurierungen. Ab und an erleben Besucher, wie ein Fahrzeug zu einer kleinen Probefahrt durch die Halle bewegt wird. Ein sehr schöner Arbeitsort, umgeben von allerhand blinkendem Silber oder auch vergoldetem Chrom, kreativen Formen und prächtigen Farben. Könnten die Fahrzeuge selbst sprechen, hätte jedes wohl viele Geschichten zu erzählen.

Selbstverständlich darf der "Opel Patent-Motorwagen System Lutzmann" – das erste Automobil von Opel, nicht fehlen. Wichtig ist auch ein Exemplar eines raketenangetriebenen Fahrzeugs, kurz "RAK", durch den die Medien im Jahr 1928 das Unternehmen Opel zur fortschrittlichsten Automarke kürten. Auch der "Moonlight Roadster" ein Fahrzeug mit Story. Schmuggler missbrauchten den Roadster während der Prohibitionszeit in Nordamerika, um damit ihre geschmuggelten Alkoholvorräte zu befördern. Die extrem niedrige Bauweise des Wagens war perfekt geeignet, um nachts mit Vollgas unter den für Lastwagen konzipierten Zollschranken durchschlüpfen zu können. Das Super 6 "Gläser" Cabriolet aus dem Jahr 1937 galt zu diesem Zeitpunkt als das Modell mit modernster Technik und ausgewogenem Fahrkomfort. Die Karosserie des in der Werkstatt ausgestellten Zweisitzer-Roadster entsprach einer Spezialanfertigung, die neben den serienmäßigen Modellvarianten verkauft wurde.

Was ist denn das? Glänzt Chrom normalerweise in silber, blinkt hier sogar Gold: Um das zweimillionste Fahrzeug, das Opel bis 1956 gebaut hatte, zu ehren und ihren Stolz als Opelaner auszudrücken, vergoldeten Mitarbeiter alle Chromteile des 1956er Kapitäns mit 24 Karat. Auch die Lackierung und Polsterung fertigten sie speziell für dieses Modell an.

Wir bewegen uns weiter zu den Studien- und Konzeptfahrzeugen, die niemals auf der Straße gefahren sind. Es handelt sich hier um Versuchsobjekte. Große Änderungen am typischen Automobildesign wurden auf ihre Publikumstauglichkeit getestet: Die nachhaltigste Wirkung hatte für mich der Opel CD, ein Studienfahrzeug, das 1969 unter der Leitung des damaligen Chefdesigners Charles M. Jordan und seinem Rüsselsheimer Design-Team gebaut wurde. Ein auch noch in der heutigen Zeit wahres Design-Prachtstück, das von einem fremden Planeten zu kommen scheint. Basis der futuristischen Luxuskarosserie war der Diplomat V8. Sagenhaft, was sich hier alles bestaunen lässt.


Jedes Fahrzeug ist im Vergleich zu seinen Vorgängern und Nachfolgern ein eigenes Kunstwerk. Es war eine Freude, Zugang zu diesen Schätzen zu bekommen. Herzlichen Dank an Uwe Mertin!

 

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