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16. November 2015

Trockeneis als innovative Fahrzeugaufbereitung

Thomas Schäfer ist Profi in der Technik der Trockeneisaufbereitung. Er erklärte uns, wie die Reinigung mit Trockeneis funktioniert und welche Vorteile sie gegenüber herkömmlichen Reinigungsmethoden hat.

Fotos | Bildrechte: Sonja Kowol| Mannheimer Versicherung AG
Das eigene Automobil ist für viele Menschen heutzutage mehr als nur ein Hobby. Reinigung, Aufbereitung und Reparatur fallen regelmäßig an. Auf dem Markt werden hierfür häufig neue Produkte oder Techniken angeboten. Eine dieser neuen Methoden für eine Fahrzeugaufbereitung, die sich etabliert hat und gute Erfolge verspricht, stellen wir hier vor: Die Aufbereitung mithilfe von Trockeneis. Für eine qualitativ hochwertige Fahrzeugreinigung reichen nämlich oftmals gute Autopflegeprodukte nicht aus, um festsitzenden Schmutz speziell im Motorraum zu lösen. Mit einer Trockeneisreinigung leicht zu beseitigen! Neben Sand, Pollen und Salz können selbst hartnäckige Verschmutzungen, wie beispielsweise Rückstände von alten Pflegemitteln sowie Lehm und Schleier rückstandslos entfernt werden. Eine Trockeneismaschine ist mit rund 50.000 Euro sehr kostspielig und besteht aus einem Trockeneisgerät und einem Kompressor. Für den privaten Gebrauch ist sie eher ungeeignet, da es einem sehr starken Kompressor bedarf. Mittlerweile gibt es für viele Reinigungszwecke auch kleinere Geräte wie z.B. "Champ" von Dry Ice Energy. Dies ist im Preis deutlich unter 10.000 EUR zu haben und durch den geringen Luftbedarf von 500 Liter/Minute reicht ein kleiner Kompressor für ca. 1000-1500 EUR locker aus. Dieser ist in der Regel in den meisten Werkstätten oder auch vielen privaten Garagen bereits vorhanden. Mit dem Champ werden kleine Trockeneispellets von 1,5 mm Durchmesser mit einem Druck von 6-8 bar aufgebracht. Diese muss man sich wie reiskornartige Partikel vorstellen, damit sind sie auch gut für empfindliche Oberflächen geeinigt, um z.B. Teppiche und Polster von Flecken zu befreien. Die großen Trockeneinsanlagen würden hier erhebliche Schäden verursachen, da Luftmenge und Druck und deutlich größere Pellets eher zum Entfernen von Lack- und Unterbodenschutz gedacht sind.

Überzeugend an einer Trockeneismaschine ist zum einen ihre umweltfreundliche Arbeitsweise, da keinerlei Chemie, Reiniger oder Schadstoffe verwendet werden, zum anderen ihre einfache Handhabung. Bei der Reinigung fällt keine besondere Behandlung der Elektronik in einem Fahrzeug an, da sie ohne Wasser reinigt. Die Trockeneisreinigung eignet sich für schlecht zu erreichende Stellen. Bei der Reinigung werden CO²-Pelllets verbraucht, die wie folgt gewonnen werden: Durch das Herunterkühlen der Luft wird das darin enthaltene Gas CO² flüssig, welches in einem Behälter aufgefangen wird. Beim Austreten aus diesem Behälter geht das CO² direkt von einem flüssigen Zustand zu einem festen über und es entsteht ein sogenannter CO²-Schnee. Anschließend wird dieser, in Blöcken zusammengepresst, durch Gerätschaften geführt, die einem Fleischwolf ähneln. So entstehen die benötigten Pellets, die auch im Handel erhältlich sind. Bei einer Trockeneisreinigung wird den Pellets in dem Schlauchpaket der Trockeneismaschine Druckluft mithilfe des Kompressors zugeführt, damit sie eiskalt (bis zu -79°C) und mit hoher Geschwindigkeit auf die zu reinigende Oberfläche treffen. Der Reinigungseffekt entsteht dadurch, dass beim Aufprall der Pellets auf die Oberfläche ein punktueller Thermoschock erzeugt wird, wie auch eine Volumenvergrößerung der Pellets. Der Schmutz zieht sich zusammen und wird durch weitere Pellets gelöst. Das CO² verdampft direkt nach dem Aufprall an der Oberfläche. Durch diese Methodik bleibt das Fahrzeug vollständig trocken, sodass Unterschiede sofort sichtbar sind und das Fahrzeug, im Gegensatz zu einer Nassbearbeitung, direkt einsatzbereit ist. Diese Art von Reinigung eignet sich für die Aufbereitung für sämtliche Oberflächen - von Gummiteilen über Kunstleder bis hin zu Elektronikteilen. Die einzige Ausnahme bilden Holz und Echtleder, die für eine Behandlung mit Trockeneis generell nicht geeignet sind (auch nicht mit kleinen Pellets und auch nicht, wenn man bei der großen Maschine den Druck runterdreht).

Ganz wichtig: Bevor ein Fahrzeug mittels Trockeneis gereinigt wird, sollte es geerdet sein. Durch die Reibung mit Eis entstehen statische Aufladungen. Zur Erdung reicht eine Verbindung von dem Minuspol der Autobatterie mit dem Garagentor oder einer auf dem Boden liegenden Aluminiumfelge aus.

Sie haben Interesse an Champ? Thomas Schäfer bestellt Ihnen gerne das Gerät und bietet sogar deutschlandweit Vorführungen des Geräts an.


PS: Wir stellen den Profi Thomas Schäfer hier vor!

Verfasserin: Hanna Müller, Mannheimer Versicherung AG
Ihr Ansprechpartner
Isabelle Haupt
BELMOT Team
Tel: 0621. 457- 2041
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