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03. Juni 2015

Die Frühlingsreise - probieren geht über studieren

Reisen - das ist Abenteuer! Vor allem, wenn es schon vor dem eigentlichen Reiseantritt chaotisch zugeht. Ralf von BELMOT schildert uns eindrucksvoll, wie sein Selbstversuch einer Oldtimerfrühlingstour verlief.

Bildrechte: Ralf Stumpfernagel | Mannheimer Versicherung AG

Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen...

Dies dachte sich auch Ralf von BELMOT und ging mit seinem
Mercedes 280 TE auf Reisen. Hätte er jedoch geahnt, welche Hürden er vor Fahrtantritt überwinden musste... Lesen Sie am besten selbst!

"Die Planung sah vor, in der Kar-Woche den lapisblauen 1983 er 280TE vor einen 1974er Tabbert Grandsigneur zu spannen und zwei entspannte Wochen am Albsee bei Immenstadt und in Hopfen am Hopfensee zu verbringen - diesem Urlaub zwischen Retro Classics und Techno Classica standen nur noch zwei Hürden im Weg - TÜV und Zulassung für beide, also vier Aktionen.

Geplante Abfahrt Montag 30.03.2015 aller spätestens 12 Uhr und zwar in Heidelberg - dort steht der Wohnwagen, 25km südlich - das liegt exakt auf dem Weg!


Teil 1 Wohnwagen TÜV:

Völlig unspektkulär erreicht mich donnerstags vor der Abfahrt ein Anruf, der Wohnwagen habe jetzt TÜV und Gasprüfung - wann ich den Wohnwagen in Heidelberg abholen könnte?  Wunderbar, das ging ja einfach, denke ich. "Ich hole ihn am Montagvormittag", verspreche ich.

Teil 2 TÜV und H-Abnahme des 280TE:
Nachdem sich die Lackierung des Kombi von Oktober bis Mitte März verzögert hatte, blieb unerfreulich wenig Zeit, das Auto für die Zulassung vorzubereiten. Genau 6 Werktage :-( Der 1. Werktag war der Anbau aller Zierteile und Leuchten - so war das nicht gedacht.
Freitags vor Abreise gegen 14 Uhr teilt mir meine Autowerkstatt mit, dass der TÜV-Prüfer keine Zeit mehr habe, das Fahrzeug zu prüfen. Er sei jetzt auf LKW Termin.
OK TÜV Montag vormittag - schnell mit einem Termin Auto zulassen - das ist machbar. Geplante Abfahrt Montag 14 Uhr.

Montag 10 Uhr:
Anruf Autowerkstatt: Der Prüfer hat seinen Termin auf 13 Uhr nach hinten verschoben - das wird knapp. Die Zulassungsstelle macht um 14 Uhr zu...

Geplante Abfahrt Montag 15 Uhr

Montag 13.30 Uhr:
Der DEKRA-Prüfer teilt der Werkstatt mit, dass er keine H-Abnahme machen kann, da es sich um ein Fahrzeug mit holländischen Papieren handelt. Das hätte ich dem Prüfer gleich sagen können, das darf nur der TÜV - aber mich fragt ja keiner, unnützes Wissen belegt übrigens ein Großteil unseres Gehirns.

Geplante Abfahrt, völlig ungewiss...

Selbst ist der Mann:
Ich setze mich ins Auto und fahre einen Ort weiter zum TÜV - aber NICHT ohne vorher noch kurz bei der Zulassungsstelle vorbei zu fahren.

Montag Weinheim 13:50 Uhr Zulassungsstelle:
Man fragt mich, ob ich Geduld mitgebracht hätte. Gegen Ende des Monats bzw. des Quartals wäre immer viel los, besser ich käme morgen gegen 7:15 Uhr, wenn die Zulassung um halb acht öffnet - ist die Schlange immer schon so lang?

Montag Weinheim 13:50 Uhr TÜV:
Man fragt mich ob ich Geduld mitgebracht hätte gegen Ende des Monats bzw. des Quartals wäre immer viel los (den Teil kenne ich schon) und er sei alleine zum Prüfen, der Kollege macht Außendienst.
Habe ich eine andere Wahl??? Ich ergebe mich meinem Schicksal und beginne das Auto zu putzen. Die Tasche mit den Putzsachen liegt noch im Kofferraum.

16.30 Uhr:
Ein vollkommen entnervter TÜV-Mann teilt mir mit, dass sein Server gerade abgestürzt sei und er heute definitiv keine Daten für ein H-Kennzeichen abrufen/ausfüllen/ausdrucken könnte.

Tolle Sache:
Er empfiehlt mir, die die Prüfstelle in Mannheim, die hätte generell bis 18 Uhr offen, hier in Weinheim nur bis 17 Uhr - dafür habe ich jetzt ein sauberes Auto!!!

Geplante Abfahrt: irgendwann aber nicht mehr Montag. Habe ich eine andere Wahl???

16:50 Uhr TÜV Südwest Hauptstelle Mannheim:
Empfangsdame mit kurpfälzer Dialekt: Also isch wees jetz aah net was Ihne der Kollesch in Woinem erzählt hott, awwer mär in Monnem mache schunn immer um 17 Uhr zu. Ich konn sie jetz nimma drohnemme - moi Priefer dopse jo im Dreieck, die wolle ah Feierowend
hawwe - des dudd mer leid fer Sie.

Ja und mir tuts auch leid um meinen vollkommen sinnlos verbratenen ersten Urlaubstag - ich überlege meinem Lackierer eine böse Whats App schicken. ich lasse es sein...
In meinem Frust beschließe ich den Unterboden mit einer Dose Leinöl zu konservieren (das wollte ich schon immer einmal testen) und packe anschließend alle Sachen für den Urlaub in den Kombi. Samt Mountainbike ...

Der Wohnwagen steht ja 25km weg und ist noch nicht angemeldet...

Dienstag 01:15 Uhr:
Ich schlafe unruhig, immerhin trennt mich noch ein Vollgutachten von meiner Urlaubsfahrt... Ich beschließe, nächstes Mal meinem Lackierer nicht mehr zu sagen, es habe etwas Zeit und Plan B - Auto bekommt keinen TÜV, nein daran will gar nicht denken.... es gibt keinen

Geplante Abfahrt: dienstags gegen 10 Uhr

Montag 05:30 Uhr:
Der Wecker klingelt, ich habe geträumt, mein Auto steht gerade auf dem Bremsenprüfstand.... Ausgeschlafen habe ich nicht und die Kaffeemaschine ist auch schon im Auto verstaut - langsam bezweifle ich, ob Camping-Urlaub etwas für mich ist....

31.03.2015 6:59 Uhr steht auf dem Parkticket, ich bin Nummer 2 in der Schlange vor der Zulassungsstelle... Ich habe jetzt 30 Minuten Zeit, nachzudenken, was ich vergessen habe, einzupacken - mir fällt so spontan nichts ein, ich bin müde - vor der Zulassungstelle ist es kalt und ich habe Sodbrennen von dem löslichen Kaffee zu Hause, an dem ich mir schrecklich die Zunge verbrannt habe. Auch das hatte ich mir anders vorgestellt. Ich erkläre der Beamtin mein Vorhaben und dass ich zwischendurch noch einmal kurz zum TÜV müsste, wegen der Vollabnahme und so, aber den Tabbert könne man ja schon einmal zulassen.

Das interessiert sie nicht, stattdessen erklärt sie mir, dass ich einen EU Re-Import ohne schriftlichen Kaufvertrag nicht zugelassen bekomme, auch nicht mit Vollabnahme. Ich traue meinen Ohren nicht - mein Puls steigt und erste Schweißtröpchen verlassen die Poren an
meinen Schläfen. Die Kiste a) aus ebay und b) gibt es keinen Kaufvertrag und c) ich weiß den Namen des Käufers nicht mehr, der Kauf liegt ein Jahr.

Sie deutet hinter sich zu Ihrem Chef und sagt, "Klären Sie das mit ihm, ich kann ihnen da nicht weiterhelfen!"

Der Leiter der Zulassungsstelle kennt mich mit meinen Sonderwünschen und ist unglaublich unkompliziert. Der ist mit Gold nicht aufzuwiegen, denke ich mir! Ich darf zwischenzeitlich zum TÜV und eine " Erklärung über den Erwerb eines Gebrauchtwagens" ist auch kein Hexenwerk mehr, möchte der Leiter auch gar nicht von mir haben.

Dienstag 9:30 Uhr:
Mein Auto ist dran, so aufgeregt war ich das letzte mal 1995 mit meinem 200/8 Mercedes, die Kiste darf auf keinen Fall durchfallen...
Die Bremsen gehen gut, aber das Licht ist ungleich hell, die AU steht noch aus und ich habe noch mehr Sodbrennen nach dem Kaffee vom TÜV.

Da ruft mich der TÜV Prüfer unter das Auto, er habe da etwas entdeckt....
Teil 2 und 3 erfahrt Ihr demnächst.... "


 

Ihr Ansprechpartner
Sonja Kowol
BELMOT Team
Tel: 0621.457- 2268
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