dcsimg

15. Juni 2015

Frühlingsreise, die Zweite!

Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen ... oder wie war das doch gleich? Sie erinnern sich - bereits die Zulassungsstellen kostete Ralf von BELMOT Nerven, doch die Odyssee nahm weiter ihren Lauf. Ob er seine Reise antreten konnte?

Bildrechte: Ralf Stumpfernagel | Mannheimer Versicherung AG

Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen...

Was bisher geschah...

Mein Versuch, montags das Auto zuzulassen war kläglich gescheitert, also sitze ich dienstags morgen beim TÜV und warte, bis ich drankomme.

Drei Kaffee und einer netten Unterhaltung mit dem Seniorchef einer kleinen alteingesessenen Autowerkstatt in Weinheim später, die sogar noch einen 1 Hand Strichacht im eigenen Fuhrpark hatte...

Die erste TÜV-Prüfung dauerte ewig und ich meine damit nicht die meines 280 Kombis, sondern die des ersten Fahrzeugs - drei waren vor mir - es war ein VW Bus T3 Pritsche eines Handwerkers. Ich glaube, die größte Herausforderung für die Prüfer war, die Mängelliste innerhalb eines Prüfbogens auszudrucken. Das Auto sah wirklich aus, als hätte es die letzten dreißig Jahre bei mangelnder Pflege einem ägyptischen Bauunternehmen in Kairo gedient (so stelle ich es mir jedenfalls vor - beruht nicht auf tatsächlichen Erfahrungen).

Ich erinnerte mich an mein Versprechen, "Schatz, keine Angst, wir sind ganz sicher auf dem Campingplatz bevor es dunkel wird, bis dahin haben wir alles aufgebaut!"

Währenddessen jaulte der VW Pritschenwagen dreimal bei Abregeldrehzahl, immerhin waren sie jetzt schon bei der AU... es war ja auch erst eine Stunde Wartezeit um, seufz.

Gefühlte drei Stunden später war ich dann dran... Der Versuch, das linke Standlichtbirnchen im Beisein des Prüfers einzusetzen endete damit, dass es mit in den Scheinwerfer kullerte.
Der Versuch, es wieder herauszuangeln endete, als der Schnitt in meiner rechten Hand tief genug war, so dass das Blut unweigerlich in den Scheinwerfer tropfte.

Dann kommt die Stelle, an der mich der TÜV Prüfer zu sich unters Auto bittet - hinten rechts – wetten, dass er irgendwo eine Durchrostung an einer Stelle entdeckt hat an der kein normaler Mensch normalerweise nachschaut?

"Schaun´ se mal hier unten rechts, wo ich mit der Taschenlampe hin leuchte, da kommt schon Rost oberflächlich durch - da haben sie nix konserviert. Was haben Sie eigentlich mit dem Auto gemacht, der tropft ja alles voll?"

„Ich? Also ich habe ihn gestern mit Leinöl-Firnis konserviert, ich wollte das schon immer mal testen", sagte ich.

Ich wurde freundlich ermahnt, vor meinem nächsten TÜV Besuch, den Unterboden nicht komplett mit Öl zu fluten, das in größeren Mengen auf den Prüfer herabtropft. Es gäbe da Kollegen, die einen sofort wieder heimschickten. Ich gab zu verstehen, dass es allein meinem Frust am Vortag geschuldet war und ich ohne TÜV Plakette zur Untätigkeit verdammt gewesen wäre - hätte ich nicht die glorreiche Idee gehabt, den Unterboden und sämtliche Leitungen mit Leinölfirnis umweltfreundlich einzubalsamieren.

Ok von unten sah ich, dass ich es wirklich etwas zu gut gemeint hatte und ich gebe zu, dass Auto riecht auch heute noch manchmal nach heißem Frittenfett :-)

Dass die Scheinwerfer nicht exakt gleichmäßig hell waren, fiel unter den Ermessenspielraum und ich verspürte zum ersten Mal an diesem Tag so etwas wie Erleichterung...

O-Ton Prüfer: „ Ich hab nen alten Suzuki daheim, da sind beide Lichter dunkler als an dem Mercedes das dunklere von den beiden, also von daher, lass ich sie damit nicht durchfallen“.

Tatsächlich war der Rest der Zulassung eine reine Formsache und ich konnte mich gegen 11.30 Uhr auf den Weg nach Heidelberg machen. Dort stand frisch getüvt der Wohnwagen.
Ein Lob in eigener Sache, der Zulassungsstellenleiter persönlich hat alle Fahrzeugpapiere bei meinen Eltern abgeliefert. Mein Dank gilt ihm - es zeigt, dass nicht alle Dienst nach Vorschrift machen.

Das Wohnwagenfahren als solches ist im Großen und Ganzen nicht wirklich dramatisch, vor allem wenn der Wohnwagen eine Tandemachse hat. Der mangelnde TÜV des Zugfahrzeugs führte jedoch zu einer ungleichen Gewichtsverteilung - ich zog also mit dem vollgepackten Kombi den komplett unbeladenen Wohnwagen. Ich erwähne das lediglich, da ich die A5 in Nord-Süd-Achse befuhr, während Sturmtief Niklas in Orkanstärke von West nach Ost meine Bahn kreuzte.

Jeden überholenden LKW brauchte ich nicht im Rückspiegel zu sehen - ich spürte seinen Windschatten im Lenkrad, gefühlt einen halben Meter nach rechts, wenn der Wohnwagen im Windschatten verschwand und einen halben nach links, wenn er aus selbigen wieder auftauchte. Schneller als 80 war tatsächlich nicht drin...

Mit einem Tag und drei Stunden Verspätung kam ich südlich von Stuttgart bei meiner besseren Hälfte und deren neunjährigem Sohn an. Sie saßen sprichwörtlich schon auf gepackten Koffern.
Alles noch schnell verladen und es konnte losgehen. Das Wetter spielte mit, das Auto lief zumindest wenn es warm war und auf der Strecke über die schwäbische Alb war kein Stau zu erwarten.

Endlich Gewicht auf der Tandemachse. Das Ganze fuhr sich jetzt auch halbwegs vernünftig. Im Gegensatz zu Montag schien heute wirklich alles reibungslos zu klappen, es fühlte sich schon fast wie Urlaub an.

Doch zu früh gefreut. Auf einem Rastplatz auf einer kurzen Zwischenetappe wurde unser Gespann von einem Bus voll japanischer Touristen entdeckt und gleich als Fotomotiv verwendet.
Da wächst der Besitzerstolz. Wie schnell der schrumpfen kann, merkte ich knapp drei Minuten später als ich starten wollte und nix passierte. Jetzt nichts anmerken lassen, schließlich kann das ja nichts dramatisches sein. Ein Benz geht prinzipiell nicht kaputt, er fährt nur manchmal nicht. Also etwas nervös mit feuchten Händen alles fachmännisch gecheckt, überall mal gewackelt und siehe da, die Pluspolklemme in der Hand - einmal richtig draufgeklemmt, das kann man ja später immer noch richtig festziehen - ging es auf die letzte Etappe! Es war auch schon 17.30 Uhr und wir würden wohl auch nicht mehr im Hellen ankommen.

Dass wir erst mal gar nicht ankommen würden, stand so nicht im Programm. Das lag jetzt auch nicht daran, dass mein Handy Akku leer war und das Handy eigentlich als Navi gedacht war, es lag auch nicht an der Tanknadel die sich langsam gegen Reserve neigte...

Es war die Batterie, sie war nicht richtig geladen worden und ich fuhr nun durch Immenstadt, mit schwachen Scheinwerfern und spürte wie der Motor immer schlechter Gas annahm ...
Plöpp - Motor aus - alles dunkel - keine Chance zu Starten.

20.00 Uhr mitten im Halteverbot auf einem kleinen Platz in Bühl am Albsee... keine Ahnung wie weit noch zum Campingplatz. Die internationale Literatur hat recht: Ich zähle zu genau den Männern die nicht nach dem Weg fragen. Meiner Meinung nach ist der nicht mehr weit....

Dunkel, drei Grad plus, heftiger Regen, Windstärke 6 - "Schatz, du hast doch noch Akku auf deinem Handy, oder?"

Die Begeisterung meiner Mitfahrer hält sich in Grenzen - ich sehe das mehr nach dem Motto, wer nix erlebt, hat auch nix zu erzählen...

Anruf ADAC:
Guten Abend was kann ich für Sie tun?
Mein Name ist Ralf, ich bin mit meinem 280TE liegen geblieben, die Batterie ist vollkommen leer und ich benötige Starthilfe. Meine Mitgliedsnummer ist 12354...

Können sie mir Ihr Kennzeichen sagen und was es für ein Auto ist:
Gerne XYZ-280 und es ist ein blauer Mercedes Kombi, Baujahr 1983

Können Sie mir Ihren Standort nennen:
Aber gerne: Ich stehe in Bühl, das ist bei Immenstadt am Albsee.

Das finde ich nicht, wie lautet denn die Straße?
Also ich stehe auf einem Platz der heißt "Johannes, irgendwas Platz" aber die Straße heißt Seestraße, das kann ich lesen von hier...

Tut mir leid, das finde ich nicht, was gibt es denn für sonstige Orte?
Immenstadt, Immenstadt am Albsee.

Komisch, das finde ich hier auch nicht. Sagen sie mir den Ort nochmal?
(ich glaube ich habe die Azubine erwischt)
Bühl B-Ü-H-L und das ist auch am Albsee - genau neben Immenstadt. Das ganze geht ungelogen ungefähr fünf Minuten, der Akku blinkt schon...

Können Sie den Ort nochmal buchstabieren?
Bühl B-Ü-H-L am Albsee A_L_B -See

Ah ok, ich habe die ganze zeit nach Brühl mit "R" gesucht, deswegen habe ich sie nicht gefunden - Also dann schicke ich einen Kollegen dorthin - er wird sich dann um Ihren platten Reifen kümmern. Als Pannenart habe ich Reifenpanne vermerkt, das ist doch soweit richtig?
Ich komme mir jetzt wirklich vor wie bei versteckte Kamera, es fällt mir schwer meinen Sarkasmus zu unterdrücken, was mein Gegenüber noch einmal mehr verunsichert
"Nein - ICH habe KEINEN PLATTEN!!!!" In meinen vier Reifen ist überall noch genügend Luft, aber ich habe eine leere Batterie im Auto und gleich auch im Handy."

Wird der Akku reichen? Findet der ADAC Bühl am Albsee?

Alles das im dritten Teil...

Ihr Ansprechpartner
Sonja Kowol
BELMOT Team
Tel: 0621.457- 2268
E-Mail senden
Weniger